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Wanderungen der Wandergruppe

 

Wir sind Wanderfreunde, die gerne in der Gemeinschaft Gleichgesinnter unterwegs sind. Wir erfreuen uns an der Natur, ihren Blumen und Tieren.

Unser Alter bewegt sich in etwa zwischen 50 und 70, allesamt gute Geher. Jüngere Teilnehmer sind herzlich willkommen; bei entsprechender Beteiligung könnten zusätzliche Wanderfahrten speziell für diese Altersgruppe unternommen werden.

Der Erzweg von Sulzbach nach Pegnitz - Tagestouren von März - Juni 2009

Der Großraum Amberg Sulzbach nahm früher wegen seiner reichen Erzvorkommen eine führende Rolle im Montanwesen ein, die ihm den Beinamen „Ruhrgebiet des Mittelalters“ eintrug. Gewinnung, Verhüttung und Handel mit dem Eisenerz ist heute nur noch Geschichte, doch hat sie die Region und Kultur geprägt und ihre Spuren überall hinterlassen. Die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg oder die Maffeischächte und die Grube Leonie in Auerbach sind noch heute weithin sichtbare Zeugnisse des Erzabbaus und seiner Verhüttung.

Der Erzweg verbindet die Stätten einer über 1000-jährigen Bergbautradition und führt dabei durch eine einzigartige Landschaft mit den markanten, scharfkantigen Kuppen des Karsts, aber auch mit sanft geschwungenen Hügeln und idyllischen Bach- und tief eingeschnittenen Flußtälern.

Am Samstag, den 21. März, einem sonnigen Frühlingstag, startenden 15 Wanderfreunde in Sulzbach-Rosenberg zur ersten Etappe des Erzweges über die sogenannte Kuppenalb nach Hartmannshof. Vom Bahnhof aus ging es durch den Ort und hinauf zu einer Anhöhe, von wo aus wir einen Rundblick auf die umliegenden Höhenzüge und hinunter auf Sulzbach-Rosenberg und das stählerne Gerippe der stillgelegten Maxhütte hatten. Dann nahm uns der Wald auf. Der Weg verlief abwechselnd auf schmalen Pfaden und auf Forststraßen. Gegen Mittag erreichten wir einen schönen Vesperplatz. Nach einer Pause ging es weiter, an Aichazandt vorbei, durch Frankenhof mit seinem sehenswerten Kirchlein St. Margareten und hinauf zum ersten Berg der Kuppenalb, dem Kuhfels (598 m). Der Pfad schmiegt sich unter den Felsspornen und –abbrüchen entlang.

Typische Merkmale der Kuppenalb, die sich bis hinter Pegnitz hinauf erstreckt, sind die schroff geformten Felsabbrüche, Höhlen und die markanten, scharfkantigen Landschaftskonturen.

Weiter ging es im stetigen auf und ab über die Höhen hinüber nach Lichtenegg. Hier kehrten wir gegen 15 Uhr ein und wurden bestens bewirtet. Dann wanderten wir über Haunritz nach Hartmannshof. Mit 19 km und insgesamt rd. 400 HM im Aufstieg war es eine anspruchsvolle Tour und wir durften die müden Füße bei der Heimfahrt im Zug genüßlich ausstrecken.

Die für Sonntag, den 22. März geplante Fortsetzung des Erzweges musste verschoben werden, da an diesem Wochenende der Startbahnhof wegen S-Bahnbau nicht angefahren wurde. Als Ersatztour wanderten wir von Neukirchen/b.SR über einen Felsgrat zum Schloß Neidstein und weiter über Tabernackel nach Gaisheim zur Mittagseinkehr und am Nachmittag über Grasberg zurück. Zum „Auslaufen“ waren diese rd. 12 km und die 3,5 Std. Gehzeit gerade das richtige.

Zur Fortsetzung des Erzweges machten sich am Samstag, den 25. April 17 Kameradinnen und Kameraden bei herrlichem Sonnenschein auf den 20 km langen Weg von Etzelwang nach Velden. Über Bürtel, Neutras, den Schwarzen Brand und den Prellstein wanderten wir in stetem auf und ab nach Hirschbach. Im Reichental machten wir an einer schattigen Sitzgruppe Mittagsvesper. Vorbei an der Schlangenfichte, nur noch ein trauriger Rest des einst so schönen Baumes, führte der Weiterweg zum Windloch, durch Großmeinfeld nach Hartenstein. Da das Stammlokal, der Burgblick, wegen Familienfeier geschlossen hatte, ließen wir uns im schattigen Garten des Goldenen Lamms gegen 15.30 Uhr zur Späteinkehr nieder. Da schmeckte ein kühles Bierchen, denn das warme Frühsommerwetter und die insgesamt 450 HM im Aufstieg, die wir bei dem ständigen auf und ab dieser Etappe gesammelt hatten, hatten so manchen Schweißtropfen fließen lassen. Gestärkt und wieder ausgeruht griffen wir das letzte Stück Weg hinunter zum Bahnhof Velden an.

Da die Fahrkarte des VGN Samstag und Sonntag gilt, fuhren wir am späten Vormittag des Sonntags über Amberg nach Theuern, wo wir das Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern besuchten. Die Geschichte der Erzgewinnung und der Verhüttung vom Mittelalter bis heute wird anschaulich dargestellt und erklärt. Zahlreiche Exponate von Mineralstufen, Erzen und Edelmetallen werden gezeigt. Im Außenbereich gibt es ein altes Hammerwerk, eine Spiegelglasschleiferei mit Polierwerk, ein Strommuseum und eine alten Förderturm mit Maschinenhaus zu besichtigen.

Der nächste Abschnitt des Erzweges führte uns im Mai von Neuhaus nach Auerbach. Nachdem es vorher tagelang geregnet hatte, zeigte sich zum Wandertag das Wetter mit strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen wieder von seiner besten Seite. Der harte Kern von 14 Teilnehmern machte sich auf die anspruchsvolle Etappe mit 22 km. Von Neuhaus ging es zusammen mit dem karstkundlichen Pfad durchs Distlertal zur Mysteriengrotte, weiter zur Maximiliansgrotte und zur Vogelherdgrotte. Weiter führte der Weg am Rabenfels und am Parasolfels vorbei, der wirklich wie ein großer, versteinerter Pilz aussieht, auf schattigen Waldwegen durch den östlichen Veldensteiner Forst zum Gasthaus „Hohe Tanne“. Dieses Traditionslokal war früher Ausflugslokal der Grubenarbeiter von Auerbach. Nach ausgiebiger Mittagseinkehr folgten wir der ehemaligen Bahntrasse, auf der früher die Erzloren dahinrumpelten. Die schroffe Kuppenalb hatten wir kurz vor der Hohen Tanne hinter uns gelassen, vor uns erstreckte sich eine sanft gewellte Dünenlandschaft und unten im Tal lag Auerbach. Das sollten wir in der kommenden Stunde umrunden. Kurz hinter Nitzlbuch erreichten wir die Maffeischächte. Bis zu ihrer Stilllegung im Jahre 1978 wurden hier 16 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert. Steil ging es nun über die Südhänge in der gleißenden Sonne zum Gottvaterberg (550 m) hinauf. Oben hatten wir einen herrlichen Rundblick über den Veldensteiner Forst, in die Hersbrucker und die Fränkische Schweiz sowie auf die Hohenmirsberger Platte, in die Oberpfalz und auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

Über das Plateau des Gottvaterberges wanderten wir hinüber zur Laurentiuskapelle, wo wir unter den schattigen Linden kurz rasteten. Auf unserem Weiterweg mußten wir das Wildochsengehege durchqueren. Leider konnten wir die Tiere nicht sehen. An einem Bach mit Bieberbauten entlang  kamen wir zur ehemaligen Grube Leoni, die 1987 geschlossen wurde und inzwischen mit Wasser vollgelaufen ist. Dann endlich erreichten wir nach 6 Stunden Gehzeit den Stadtkern von Auerbach. Am Marktplatz mit dem bronzenen Wahrzeichen der Stadt, dem Auerochsen, warten wir im Cafe auf den Bus, der uns nach Neuhaus zur Bahn zurückbrachte.

Am Sonntag, den 17. Mai holten wir den im März ausgefallenen Abschnitt von Hartmannshof nach Etzelwang nach. Vom Bahnhof Hartmannshof wanderten wir nach Weigendorf. An den „Eisenbahnerhäusern“ bei Oed wurden Erinnerungen an frühere Sonnwendfeiern wach. Über den Brennberg mit seiner Skisprungschanze gelangten wir zum Knappenberg und über den Albgrat ging’s im weiten Bogen zur Schlusseinkehr in den Etzelwanger Bierkeller.

12 Kameradinnen und Kameraden starteten am 13. Juni zur Schlussetappe von Auerbach nach Pegnitz. Wieder hatten wir einen herrlichen Sonnentag erwischt. 21 km und rd. 6 Stunden Gehzeit lagen vor uns. Von Auerbach aus wanderten wir an der Speckmühle vorbei auf taunassen Wiesenwegen durch das Speckbachtal. Unser Pfad schlängelte sich zwischen Felsen hindurch zu den kurios geformten Felsen des Saaser Felsländl’s mit seiner kleinen Höhle. Bald erreichten wir Michelfeld mit seiner Klosteranlage und der sehenswerten Asamkirche. Durch das Flembachtal gelangten wir nach Steinamwasser, wo wir zum Mittagessen einkehrten. Gestärkt wanderten wir auf schmalen Wegen durch Wald und Flur hinauf zum Hainberg (585 m) und weiter zum Zipser Berg (547 m) mit seinem Sportflugplatz. Von hier aus ging es nur noch abwärts und bald erreichten wir Rosenhof bei Pegnitz. Hier kehrten wir im gemütlichen Gasthof ein und feierten den Abschluß des Erzweges.

In den vergangenen vier Monaten hatten wir in fünf Etappen den Erzweg erwandert und dabei insgesamt über 90 km zurückgelegt. Die Wege sind gut angelegt, meist werden weiche, gelenkschonende Wald- und Wiesenpfade oder Forstwege benutzt. Feste, asphaltierte Wege sind selten. Die Markierung ist durchgängig gut. Mit dem Wetter hatten wir stets Glück, meist war es sonnig und warm. Bahn und Busse waren zuverlässig und bis auf eine Ausnahme auch pünktlich. Allen Teilnehmern haben die Wanderungen bestens gefallen. Ganz wesentlich dazu beigetragen haben natürlich Margit und Fritz, die alles sorgfältig vorbereitet und organisiert hatten. Wir danken den beiden vielmals dafür. Der Erzweg war ein Höhepunkt dieses Wanderjahres. Wer nicht mitgewandert ist, hat etwas versäumt.

Helmut Köcher

 

Unser Wanderwart

Helmut Köcher
Tel.: 0911 / 68 18 04
Helmut.Koecher@gmx.de

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